Das Ende vom Kult

interior-design-828545_640Jetzt ist er komplett von dem Fernsehschirm verschwunden, der Musikantenstadl. Einst eine Kultsendung für jeden Freund der Volksmusik, ist ihm in den letzten Jahren die Puste ausgegangen. Unter dem Moderator Karl Moik sahen Millionen die Sendung und auch vom Nachfolger Andy Borg, waren Menschen immer noch begeistert. Ein neues Konzept ging aber nicht auf, denn die Stadlshow wurde nach zwei Pleiteausgaben schnell wieder abgesetzt. Was ist das Besondere am Musikantenstadl gewesen und warum ist jetzt endgültig Schluss?

Das langsame Ende

Seit März 1981 wurde der Stadl in Österreich mit Erfolg gesendet und auch in Deutschland, wo es ihn seit 1983 gab wurde er schnell zu einem Straßenfeger. Sogar als Eurovisionssendung wurde er in Österreich und der Schweiz übertragen und so gehört das Konzept zu einem der Ältesten der deutschen Medienlandschaft. Karl Moik hatte die Sendung erfunden, sie aber aus Altersgründen vor neun Jahren an Andy Borg abgegeben. Die Einschaltquoten erreichten ein neues Niveau und Stars gingen aus der Sendung ebenfalls hervor.

Seit dem Jahr 1994 wurde es etwas stiller um die Kultsendung, denn der Konkurrenzkampf ist im Fernsehen so groß, wie in kaum einem anderen Geschäft. Natürlich wurden auch diejenigen, die regelmäßig schauten älter und nur wenige junge Zuschauer konnte das Format überzeugen. Mit der „ Rampensau“ Andy org verlor der Musikantenstadl jemanden, den das Publikum liebte, der Charisma, Glamour und auch Kessheit in sich vereinte. Somit gab es eigentlich keine große Samstagsabend Show mehr, vor allen Dingen, da auch Stefan Raab und Thomas Gottschalk ihr Aus bekannt gaben.

Mit zwei neuen Gesichtern sollte der Stadlshow neues Leben eingehaucht werden, aber der Versuch schlug fehl, was nicht unbedingt an den Moderatoren zu liegen brauchte. Die Zeiten von Karl Moik waren schon lange vorbei, nur er verstand es den Menschen die heile Welt am Samstagabend ins Wohnzimmer zu bringen.

Das absolute Quotendesaster

Neuen Wind sollten zwei junge Moderatoren in den Stadl bringen, aber der Schuss ging vollkommen nach hinten los. Mag auch daran gelegen haben, dass Volksmusik nicht unbedingt der Geschmack der breiten Masse ist. Die Erste, sowie auch die Sylvester Show wurden zu einem katastrophalen Desaster für die Macher und das Aus war schnell beschlossene Sache. Es kam wohl hauptsächlich davon, dass die beiden Neuen den Zuschauern auch äußerlich etwas zu leger waren.

Sie waren gewohnt, von Moik als auch von Borg im Trachtenanzug empfangen zu werden und auch das Drumherum war wohl nicht jedermanns Geschmack. Die Volksmusik war nicht mehr im Fokus, sondern es wurden vermehrt Land und Leute unter die Lupe genommen. So wie der Musikantenstadl bekannt und beliebt war, passt das Konzept nicht mehr in die Fernsehlandschaft, das haben auch die Macher jetzt endlich erkannt.