Volkstümliche Schlager

Der Unterschied zwischen Volksmusik und Volksmusik

Die volkstümliche Schlagermusik wird in gewissen Zeitungen, im guitar-839168_640Rundfunk und im Fernsehen vereinfachend als „Volksmusik“ bezeichnet – aber das ist nicht richtig. Besonders die Puristen sind darüber verärgert, sie grenzen sich ab und protestieren dagegen und machen die „volksdümmliche“ oder gar „moiksdümmliche“ Musik schlecht – aber das ist sie nicht.

Der wesentlichste Unterschied

Ein volkstümlicher Schlager unterliegt stets dem „Urheberrecht“ und bei einer Aufführung sind Tantiemen an die Gema, AKM oder andere Urheberrechtsverbände zu bezahlen. Ein Volkslied aus der Volksmusik dagegen ist überwiegend urheberrechtsfrei und kann daher in der Regel auch ohne eine Bezahlung von Tantiemen aufgeführt werden. Hier gibt es nur wenige Ausnahmen, wo ein komponiertes Stück aus der Volksmusik urheberrechtlich geschützt ist.

Sieht man es genau, dann existiert keine exakte Unterscheidung zwischen volkstümlicher Schlagermusik und Volksmusik. So existieren fließende Übergänge, Grenzbereiche und diese werden je nach dem Standpunkt des Betrachters entweder dem einen oder eben dem anderen Lager zugeteilt. Daher ist es nicht leicht, Unterschiede zwischen beiden Musikstilen zu finden, die allgemeingültig sind, wie:

  • „Tuemlich“ als Wort kommt von „so tun als ob“
  • Es gibt einen kommerziellen Hintergrund
  • Die Musikindustrie schlachtet die volkstümliche Schlagermusik kommerziell aus und verbreitet diese – sie wird also geschrieben, um Geld zu verdienen
  • Die kommerziellen Interessen stehen bei der Volksmusik eher im Hintergrund

Im Bezug auf die Liedtexte, sind die Unterschiede dann sehr klar ersichtlich:

  • Volkslieder werden stets im Dialekt gesungen – die volkstümlichen eher in der Umgangssprache, wobei es sich um ein mundartlich gefärbtes Hochdeutsch handelt, sodass die Lieder auch überregional verstanden und verkauft werden können
  • In den Volksliedern geht es um echte Gefühle oder echte Problemen von echten Menschen, die in einer handwerklichen Umgebung leben. Dabei kann es sich um Bauernbursche oder Sennerinnen handeln, Handwerker oder Kleingewerbetreibende
  • In den volkstümlichen Schlagerliedern geht es um Klischeebilder, konstruierte Gefühl künstlicher Menschen in einer Umgebung, die auswechselbar ist

Häufig handeln sie von Urlaub und suggerieren den Zuhörern ein Wohlbefinden und es wird eine austauschbare Heimat glorifiziert.

  • Klischee: Berge sind Heimat, Natur, Heimatglocken
  • Gefühle: Sehnsucht nach Glück, nach Heimat, Glücksgefühle und „Aber heut gehts guat“
  • Künstliche Menschen: Menschen im Urlaub, Herr/Frau Meier, glückliche Musikanten
  • Austauschbare Umgebung: Du schönes…., Dort wo…

Also dreht es sich bei den volkstümlichen Schlagern um Kitsch, wobei das nichts Schlechtes ist, denn dieser kommt selbst im Volkslied immer mal vor, aber halt nicht so massiv.